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Prolog
Mitten in einer von nationalen und internationalen Spannungen geprägten Welt existierte schon seit Beginn unseres Jahrhunderts eine Interessen- gemeinschaft innerhalb der Polizei, die sich nachstehende Ziele setzte:
  • Die Idee der Humanität zu achten
  • ein menschliches Leben in Freiheit und Frieden zu garantieren
  • und zu versuchen, das Versprechen "durch Freundschaft dienen"

  • zu verwirklichen
    Aus diesem Ansatz entwickelte sich die [Zielsetzung] der IPA. Trotz vieler Erschwernisse, wie Zeitmangel und fehlende finanzielle Mittel, die früher wie heute hemmten, sowie beider verheerender Weltkriege, gelang es dem Ziel näherzukommen. Ging auch der erste Name der internationalen polizei- lichen Bewegung "Weltpolizeibund" durch die Wirren der zwei Weltkriege unter, so lebt die Idee doch heute in den Satzungen der IPA weiter.

    Die Gründung des Weltpolizeibundes leitete nach vorausgegangenen Briefkontakten der österreichisch-ungarische Polizeiinspektor August Heinrich de Marich ein.
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    1908 1911 1912 1922 1923 1925 1927 1949 1950 1953 1954 1955 Jahreszahlen anklicken
    1908 begann August Heinrich de Marich mit einem kleinen Kreis gleichgesinnter Polizeibeamter in Europa, mit denen er einen engen persön- lichen Kontakt pflegte. Um ein festes Freundschaftsband unterhalten zu können, gab er eine kleine Sonderzeitschrift heraus, die er "Polica Revue" nannte. Er verfasste sie in Espernato. Obwohl diese Zeitschrift regen Anklang fand, musste ihr Erscheinen nach kurzer Zeit infolge Geldmangels wieder eingestellt werden. Trotz dieses Misser- folges gab sich Marich nicht geschlagen und brachte

     

    1911 eine neue Zeitschrift unter dem Namen "Internacia Policia Bulteno" heraus, die von Polizeibeamten aus Österreich, Deutschland, Frankreich, England, den Niederlanden und Spanien gelesen wurde. Diese Zeitschrift war die Basis für eine Vereinigung, die sich "Internacia Esperantista Police Asocio" nannte.

     

    1912 war es ein Polizeibeamter aus Paris namens Tisoa, der sich um die internationale Verständigung verdient gemacht haben soll. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges umfasste die junge Organisation schon 168 Mitglieder aus verschiedenen europäischen Ländern. Leider ließ dieser Krieg die schon geschmiedeten Bande zerreißen. Selbst die Zeitschrift und der Briefverkehr mussten eingestellt werden.

     

    1922 Noch immer gab sich der nun Budapester Polizeimajor August Heinrich de Marich nicht geschlagen. Gleich nach Kriegsende versuchte er wieder, die alten Kontakte herzustellen. Vom positiven Echo ermutigt, gab er schon 1922 die neue Zeitschrift "La Policisto" heraus. Die Zahl der Leser vergrößerte sich zusehends.

     

    1923 Auf einem Kongress in Nürnberg schlossen sich die Teilnehmer zum "Welt-Polizei-Bund" zusammen und legten die Satzungen des neu gegründeten Bundes fest. Man fügte den eingangs erwähnten Zielen die Pflege der Weltsprache "Esperanto" und die Einrichtung von Wohlfahrtseinrichtungen hinzu.
    In diesem Bund schlossen sich Polizeibeamte, einschließlich Gendarmerie, der Justizwachen, der Feuerwehren, des Zolls und anderer Sicherheitseinrichtungen zusammen. Auch hatte der Weltpolizeibund eine zivile Abteilung, die sich "Weltbundordnung" nannte. Ihr gehörten der Verkehrsweltbund, der Journalistenweltbund und der Sammlerweltbund an.
    Der Weltpolizeibund war gemäß seiner Satzung eine politisch und religiös neutrale Vereinigung von Polizeibeamten. Alle Bekanntmachungen wurden im offiziellen Bundesorgan "La Policisto" veröffentlicht. Man schuf ein Bundesabzeichen und jedes Organ fügte seinem Namen die drei Anfangsbuchstaben des Bundes TPL (Tudmonda Polica Ligo) hinzu. In einer an jedem Jahresende erscheinenden Veröffentlichung "Almanach" war nicht nur ein Verzeichnis von allen Mitgliedern enthalten, sondern sie enthielt auch in Esperanto und in der jeweiligen Landessprache Berichte über die Organisation des Welt-Polizei-Bundes, die Polizeigeschichte, sowie Artikel aus der Fachliteratur und Aufsätze über verschiedene Sprachen und ihre Eigenarten.

     

    1925 In der Veröffentlichung jenes Jahres war zu lesen, dass der Welt- Polizei-Bund inzwischen einen Mitgliederbestand von 1500 Kollegen aufwies. Davon hatte Österreich 465, das Deutsche Reich 442 und Ungarn 288 Mitglieder. Im größten Land des Deutschen Reiches, Preußen, fasste der Welt-Polizei-Bund erst allmählich Fuß. 1925 gab es in Preußen 57 Mitglieder.

     

    1927 Der Berliner Kriminalkommissar Lipik berichtete im Jahre 1927, dass der Welt-Polizei-Bund in dem vom Völkerbund (1920-1946) herausgegebenen Handbuch neben zwei anderen Polizeiorganisationen, nämlich der "Internationalen Polizeikonferenz" und der "Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission", bekannt unter dem Namen Interpol, als dritte unabhängige Polizeiorganisation verzeichnet war.
    Wie lange der Welt-Polizei-Bund bestanden hat, lässt sich mangels Aufzeichnungen nicht mehr genau verfolgen. In Deutschland ging die Organisation durch die engstirnigen und nationalistischen Bestre- bungen des Hitlerregimes langsam unter. Die Zugehörigkeit zu internationalen Verbänden untersagte man. Wer aber geglaubt hatte, der Zweite Weltkrieg habe die Freundschaftsbande unter den Polizei- beamten der freien Welt gänzlich zerrissen, der täuschte sich.

     

    1949 Am 12. August 1949 erschien in der englischen Polizeizeitschrift "Police Review" ein kleiner Artikel mit der Überschrift "Internationale Polizei Freundschaft", in welchem der Autor mit dem Pseudonym "AYTEE" über die Erfolge berichtete, die er mit Kontakten in den Ländern Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland sowie Afrika hatte. Er schlug vor, dass die bestehenden Verbindungen auf eine bessere Grundlage gestellt werden sollten und dabei natürlich der Austausch von freundschaftlichen Besuchen und offiziellen Begegnungen gefördert werden sollte.
    Ungefähr eine Woche später veröffentlichte die gleiche Zeitung den Brief eines Polizeibeamten aus London, der diesen Artikel voll unterstützte. Er berichtete von einem Besuch, den er in Holland gehabt hatte. Dieser Besuch war das Ergebnis eines längeren Briefwechsels mit einem holländischen Kollegen.
    Viele ähnliche Ergebnisse wurden nun zusammengetragen und veröffentlicht. In der Ausgabe vom 21. Oktober 1949 wurde über vorbereitende Gespräche berichtet, die eine Gründung einer internationalen Vereinigung zum Thema hatten.
    Vier Monate später druckte der "Police Review" einen Artikel eines Sergeant Arthur Troop aus Stamford/Lincolnshire ab, der über seine sechsmonatige Korrespondenz mit fast allen europäischen Ländern im Detail berichtete. Dieser Arthur Troop, so wurde nun auch bekannt, war derjenige, der schon im August 1949 unter dem Pseudonym AYTEE die Gründung einer internationalen Polizeivereinigung angeregt hatte.

     

    1950 Am 01. Januar 1950 gründete Arthur Troop mit Gleichgesinnten die IPA. Ihren in Esperanto abgefasster Leitgedanken "Servo per Amikeco" - Dienen durch Freundschaft - fand man im Mai 1950 und gilt bis heute.

     

    1953
    1954
    Am 07. Januar 1953, also drei Jahre nach Gründung der Britischen Sektion, schufen die Polizeibeamten Kooy, Boes, Kruit und Vernooy in s'Gravenhage (Den Haag) die Niederländische Sektion. Am 05. Februar 1953 entstand in Brüssel die Belgische Sektion. Am 18. September 1953 meldet Max Florentin in Paris die Gründung der Französischen Sektion. Mit seinen Freunden Robert Mahe, Guy Quentin, Andre Besse, Frankcois Thiun und dem Direktor der "General-Polizei", Monsieur Le Cabec, hatte er die harte Arbeit begonnen. Max Florentin wurde später Mitbegründer der Deutschen und Italienischen Sektion. Am 22. April 1954 wurde die Norwegische Sektion durch den Kollegen A. Holmquist, Oslo, gegründet. Am 09. Mai 1954 wurde die IPA Sektion Schweiz auf Bemühen der Kollegen Andre Baumgartner, Rene Goebler, Andre Clere und Marcel Logean gegründet.
    Als Dozent am Polizeiinstitut Hiltrup hatte der spätere Internationale Ehrenpräsident Dr. jur. Mommsen 1950 vom Kuratorium des Instituts den Auftrag erhalten, Verbindungen und Erfahrungsaustausch mit ausländischen Polizeien und Polizeiinstituten zu schaffen. Es bestand die Absicht, die Deutsche Polizei aus der herrschenden Isolierung herauszubringen. Bei den Vorarbeiten und der Beschaffung von Unterlagen aus den westlichen Nachbarländern erfuhr er, das neben der Interpol (IKPO=Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation), der IACP (International Association of Chiefs of Police), FIFSP (Federation internationale des fonctionaires superieurs de Police) und er IAI (International Association for Indentification)auch die IPA existierte.

     

    1955 Dr. Mommsen nahm Kontakt mit dem englischen IPA-Mitglied Mr. Swallow auf, der als Verbindungsbeauftragter für die deutsch- sprachigen Länder fungierte. Nach intensivem Informationsaustausch schlug im Mr. Swallow vor, eine Deutsche Sektion zu gründen. Als 1955 eine fünfköpfige französische Delegation unter Leitung des Präsidenten der IPA Frankreich, Max Florentin, das Polizeiinstitut Hiltrup besuchte, erklärte sich der Leitende Direktor des Instituts, Herbert Kalicinsky (verstorben am 17.03.1962) bereit, die Funktion eines Präsidenten der neu zu gründenden Deutschen Sektion zu übernehmen.
    Am 3. März 1955 feierte man den Gründungstag der Deutschen IPA-Sektion. (Anmerkung: Bereits am 21. März 1957 wurde dieCopyright © Bernd Binsch | Webmaster | IPA Verbindungsstelle Stuttgart | 2000-2010|Copyright © Bernd Binsch | Webmaster | IPA Verbindungsstelle Stuttgart | 2000-2010|Copyright © Bernd Binsch | Webmaster | IPA Verbindungsstelle Stuttgart | 2000-2010|Copyright © Bernd Binsch | Webmaster | IPA Verbindungsstelle Stuttgart | 2000-2010gegründet.) Das Gründungsprotokoll wurde ferner von Dr. Mommsen als Generalsekretär und Polizeiamtmann Walter Schult als Schatzmeister unterzeichnet. Präsident Herbert Kalicinsky erhielt die Mitgliedsnummer 1. Diese unpolitische, überge- werkschaftliche und für humanitäre Ziele arbeitende Vereinigung wurde auch schnell von den Gewerkschaften anerkannt und unterstützt.
    Heute hat die IPA in Deutschland rund 60.000 Mitglieder. In allen 16 Bundesländern bestehen Landesgruppen und Verbindungsstellen.

     

    Quelle: Textauszüge mit freundlicher Genehmigung von Stephan Scharfenstein, IPA Vbst. Bonn
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