Washington D.C. / Philadelphia / New York City vom 07.05. – 21.05.2015

Im Mai fand zum zweiten Mal die USA-Gruppenreise der IPA-Verbindungsstelle Ludwigsburg statt. Anlaß war die jährlich stattfindende „Police Week“, in der sich zehntausende Polizisten aus aller Welt in der US-Hauptstadt treffen, um den im Dienst umgekommenen Polizeibeamten zu gedenken.

Die Teilnahme stand allen Polizeibeschäftigten offen, so daß sich letztlich 19 Beamte und Angestellte der Polizeipräsidien Stuttgart, Karlsruhe, Ludwigsburg, Darmstadt, Einsatz und des LKA am Donnerstagmorgen, den 07.05.2015 am Flughafen Stuttgart trafen. Die Reise begann in Washington D.C., führte uns über Philadelphia und klang mit ein paar Tagen im „Big Apple“ New York City aus.

Nach unserer Ankunft in Washington-Dulles am Nachmittag nahmen wir unsere drei Mietwagen entgegen und wurden vom Kollegen Timothy Scheele von der Washington Metropolitan Transit Police empfangen, der uns bereits im letzten Jahr vieles ermöglichte und organisierte. Nach gemeinsamem Abendessen zogen wir uns in unsere Hotelzimmer in College Park, Maryland, zurück.

Besichtigung Pentagon

Darren Mallory und Markus Maurer

Am Freitag, den 08.05.2015 trafen wir Kollegen Darren Mallory vor dem Pentagon, dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten. Er ist bei der Pentagon Force Protection Agency, welche für die innere und äußere Sicherheit des Gebäudes zuständig ist. Er gab uns eine persönliche dreistündige Führung, die nur einen kleinen Teil dieser überwältigenden Einrichtung zeigte. Auch die Gedenkstätte für die Opfer des Anschlags vom 11. September war sehr beeindruckend. Der Tag klang dann mit Shopping in der ebenfalls nicht kleinen Pentagon City Mall aus.

Pensionsfeier von Timothy

In den Vereinigten Staaten werden Polizeibeamte nach 25 Jahren Dienst pensioniert. Timothy verrichtete im Mai im Alter von 46 Jahren das letzte Mal seinen Polizeidienst. Er lud uns zu seiner Pensionsfeier ein, wo wir viele neue Kollegen kennenlernten und uns austauschen konnten.

Besuch bei Polizeibehörden

Die kommenden beiden Tage nutzten die meisten Reiseteilnehmer die Gelegenheit, bei der Transit Police einen achtstündigen Spätdienst auf Streife mitzufahren. In Washington sind über 40 verschiedene Polizeibehörden zuständig, die sich in sachlicher aber auch örtlicher Zuständigkeit unterscheiden. Die Metro Transit Police ist generell für jegliche Einsatzlagen in und um den öffentlichen Personennahverkehr zuständig und seit dem 11. September 2001 sehr in Sachen Terror sensibilisiert. Bei einem Empfang im Präsidium durch Chief Wigglesworth erhielten einen Vortrag über den Aufgaben- und Revierbereich der Metro Transit Police. Dort wird mit einer Art Pool-Modell gearbeitet. Grundsätzlich wiederholen sich die Schichten wöchentlich.

Während unserer Streifenmitfahrt erlebten wir alltägliche Situationen, die sich nicht wirklich von denen unserer Heimat unterschieden, mit der Ausnahme daß man als Polizeibeamter jederzeit mit einer Schußwaffe beim Gegenüber rechnen muß. Auf der anderen Seite kam es häufiger vor, daß Passanten einem ohne Anlaß für die Arbeit Dank aussprachen („Thank you for your service!“), was den hohen Stellenwert von Polizei und auch Militär in der Bevölkerung zum Ausdruck bringt.

Nicht nur für unseren Kollegen der Wasserschutzpolizeistation Stuttgart war es interessant, am nächsten Tag die Station der Harbor Patrol der Metropolitan Police zu besichtigen und ein paar Kilometer auf dem Potomac mitzufahren.

National Police Week 2015

In der Zeit vom 11.05. bis 15.05.2015 fand in Washington D.C. die National Police Week statt. Es gab täglich auf dem Judiciary Square viele Veranstaltungen und Paraden. Der Judiciary Square selbst ist die nationale Gedenkstätte für die im Dienst umgekommenen Polizeibeamten der USA – eine kleine runde Mauer umschließt den Platz, in welche jedes Jahr die Namen der im Vorjahr verstorbenen Polizeibeamten eingemeißelt werden.

Die Abende genossen wir in der Festzeltatmosphäre auf einem abgesperrten Parkplatzgelände, zu dem nur Polizeibeamte Einlaß erhielten. Es wurde mit amerikanischen Kollegen geplaudert und gefeiert, außerdem konnte man sich mit Kleidungsstücken und Ausrüstungsgegenständen eindecken. Dabei wurden wir von der Deutschenfreundlichkeit der Amerikaner immer wieder aufs Neue überwältigt. Aber auch Kollegen aus Kanada, Australien, Luxemburg, der Schweiz und vielen anderen Ländern konnten wir antreffen.

Besuch des US-Präsidenten

Am Freitag, den 15.05.2015 endete die diesjährige Police Week mit einer Abschlussveranstaltung vor dem Capitol für die Hinterbliebenen der im Dienst Getöteten. Hauptredner war kein geringerer als der President Of The United States Barrack Obama.

Sightseeing & Shopping

Natürlich kam auch das Sightseeing nicht zu kurz. Wir machten eine geführte Segway-Tour durch Washington D.C. bei der wir einige der wichtigsten Gebäude und Monumente ansehen konnten. Darunter auch das Weiße Haus, FBI Headquaters, Capitol, Lincoln Memorial, Washington Monument, National Air and Space Museum u.v.m.

Es gab auch die Möglichkeit in zwei großen Outlets (Tanger Outlet und Leesburg) Einkaufen zu gehen. Da in den USA vieles günstiger ist, konnten dort Schnäppchen gemacht werden.

Aufenthalt in Philadelphia

Am Samstag, den 09.05.2015 verließen wir nun Washington D.C. und fuhren mit unseren Mietwägen nach Philadelphia. Wir knüpften bereits in Washington D.C. Kontakte mit Kollegen aus Philadelphia und wurden auf eine Veranstaltung der dortigen Polizei eingeladen.

New York City

Am Samstag, den 09.05.2015 verließen wir nun Washington D.C. und fuhren nach Philadelphia, dem „Geburtsort“ der Vereinigten Staaten, in dem man sich für unabhängig vom britischen Königreich erklärte. Nach einer Stadtrundfahrt brachen wir am nächsten Tag auf nach New York City.

Anders als in Washington gibt es in New York nur eine Polizei - das New York City Police Department. Dieses verfügt über diverse Einheiten wie Patrol Service, Traffic, Aviation Unit, Emergency Service Unit, Harbor Unit, Highway Patrol etc.

Kollegin Nanda Azzura zeigte uns das Logistikzentrum des NYPD, das Polizeipräsidium (One Police Plaza) und erzählte uns viel über die Arbeitsweise beim NYPD. Wir durften einen Tag bei der Aviation Unit, der Hubschrauberstaffel, verbringen. Am nächsten Tag besichtigten wir die Emergency Service Unit – hierbei handelt es sich um das Sondereinsatzkommando des NYPD. Wir durften in ihrem Panzer und ihrem Einsatzfahrzeug mitfahren, zudem zeigten sie uns ihre komplette Ausrüstung und ihr Trainingszentrum.

Natürlich besichtigten wir auch viele Sehenswürdigkeiten und Gebäude wie die Statue of Liberty, den Times Square, den Central Park, das One World Trade Center uvm.

Letzte Worte

Zunächst einen großen Dank an die beiden Kollegen Daniel Paar und Marcus Schnödt vom Polizeipräsidium Ludwigsburg. Ohne diese tolle Planung wäre eine Reise in dieser Form nicht möglich gewesen. Ein Dank gilt auch der IPA Landesgruppe Baden-Württemberg, die unsere Reise finanziell bezuschusste.

Es war sehr interresant, die Arbeitsweise der Polizei in Wahsington D.C. und New York City zu sehen. Wir konnten viele neue Kontakte für unsere nächste Reise in die USA knüpfen. Zudem konnte ich durch das dortige Arbeiten meine Fähigkeiten für die polizeilichen Aufgaben in Deutschland verbessern.

Die Eindrücke, die ich in dieser Zeit sammeln dufte bleiben unvergesslich. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt und neue Kollegen / Freunde gefunden. Die Deutsche Polizei ist in den Vereinigten Staaten sehr gut angesehen. Der Grundgedanke der mir die amerikanische Polizei vermittelt hat, kann mit vier Worten beschrieben werden: We are one family!

 

Be safe my brothers and sisters in blue!

Markus Maurer